Spieler aus Afrika bei der PDC Weltmeisterschaft.

In diesem Jahr gab es bei der PDC Weltmeisterschaft den ersten afrikanischen Teilnehmer, der nicht aus Südafrika kam - den Kenianer David Munyua, der sich bis in die zweite Runde spielte und dort gegen Kevin Doets verlor. Für Munyua, der im Hauptberuf Tierarzt ist und der im Ally Pally von den Zuschauern gefeiert wurde, war es trotzdem ein Traumdebüt und für den Dartsport in Kenia sicher eine große Unterstützung.

Wenn man an afrikanische Dartspieler bei der PDC Weltmeisterschaft denkt, fällt einem bestimmt als allererstes Devon Petersen ein, der viele Jahre nicht nur bei der Weltmeisterschaft das Gesicht Afrikas in der PDC war.

Aber er war nicht der erste und auch bei weitem nicht der einzige Vertreter des Sports, der in der PDC unterwegs war. Den allerersten südafrikanischen Spieler in einer PDC Weltmeisterschaft gab es tatsächlich schon 2007 - nicht im Alexandra Palace, sondern in der Circus Tavern und er war bei seinem Debüt dort sogar erfolgreicher als der Kenianer in diesem Jahr.
Wynand Havenga - geboren wie so viele der südafrikanischen Teilnehmer auf der PDC Weltmeisterschafts-Bühne - in Kapstadt und zwar am 6. September 1965, konnte 2006 die South African Masters gewinnen und qualifizierte sich so für die PDC Weltmeisterschaft 2007. Havenga- Spitzname Springbok - spielte sich damals unter die Letzten 16 des Turniers, schlug dabei Steve Maish und Peter Manley und verlor dort gegen Darren Webster. Auf Grund einer Schulterverletzung konnte er nicht mehr Dart spielen und arbeitete als Manager eines Motorrad Ladens. Der südafrikanische Pionier verstarb letztes Jahr im Januar.
Sein Spiel gegen Darren Webster findet ihr hier Havenga v Darren Webster

In den nächsten beiden Jahren - also 2008 und 2009 war es Charles Losper - The Sensation - der sich für die PDC Weltmeisterschaft qualifizierte. Auch er war in Kapstadt geboren und ein paar Jahre jünger als Havenga. Losper war nicht so erfolgreich in der Weltmeisterschaft, er verlor beide Mal in der ersten Runde. Losper war aber weiter im Dartsport aktiv und nahm immer wieder an der Qualifikation zur Weltmeisterschaft teil. 2022 qualifizierte er sich tatsächlich noch ein drittes Mal, aber Visa Probleme und Corona verhinderten, dass er tatsächlich anreisen konnte. Losper, im Hauptberuf Polizist, nahm 2007 auch am Grand Slam of Darts teil und war auch bei WDF Turnieren zu finden.

Leslie Francis gewann die South African Masters 2009 und schlug im Finale Devon Petersen. Francis stammte aus Gauteng in Südafrika und war 1956 geboren. Sein Spitzname lautete "Striker". Francis trat auch für Südafrika beim WDF World Cup an. Bei seinem Weltmeisterschafts-Debüt verlor er in der Vorrunde gegen den Iren Aodhagen O'Neill. In der Folgezeit versuchte er immer wieder einmal sich zu qualifizieren, aber es gelang ihm nicht mehr.

Bei der PDC Weltmeisterschaft 2011 begann dann die große Zeit des Devon Petersen, der sich auch 2012, 2014 und von 2017 - 2022 für die Weltmeisterschaft qualifizierte. Er gewann 2010 - gegen Leslie Francis - und 2011 die South African Masters. Auch Devon Petersen, der African Warrior war 1986 in Kapstadt geboren. Mit seinem Walk-On eroberte er die englischen Dart Fans. Petersen beließ es aber nicht bei der Weltmeisterschaft, Peterson holte sich auch als erster afrikanischer Spieler 2011 eine Tour Card. Ende 2012 musste er sie wieder zurückgeben, holte sie sich aber in der Qualifying School 2015 wieder und behielt sie bis 2023. 2014 qualifizierte er sich wieder für die Weltmeisterschaft und von 2017 - 2022 war er jedes Jahr dabei - mehrmals auch als gesetzter Spieler. Drei Mal erreichte er die Letzten 16 - 2014, 2019 und 2021. Er spielte aber auch viele anderere PDC Majors, darunter einige Male den PDC World Cup mit wechselnden Partner. Sein größter Erfolg war der Einzug in die Halbfinale der European Championship 2020. Devon Peters war während seiner Zeit in der PDC auch immer wieder einmal Teil des Kommentatoren Teams. Hier findet ihr seinen Walk-On

In den Jahren, in denen sich Petersen nicht für die Weltmeisterschaft qualifizierte, wurde Afrika von anderen Spielern aus Südafrika vertreten.

2013 war es Charl Pietersen, der "Bionic Man", geboren in Kapstadt am 10. März 1991, der sich als Sieger der South African Masters 2012 im Alexandra Palace einfand. Er wurde in der Vorrunde von Max Hopp geschlagen. Anschließend nahm der an der Qualifying School 2013 teil, schlug im Verlauf Kevin McDine und warf dabei einen Neun-Darter und sicherte sich als zweiter afrikanischer Dartspieler eine Tour Card. Auf dem PDC Circuit blieb er ohne Erfolg, bildete aber zusammen mit Shawn Hogan das Team Südafrika beim PDC World Cup 2014. Die beiden hatten Matchdarts gegen Team England, die Pietersen aber verwarf. Er verlor seine Tour Card, verlor 2014 und 2015 im Finale der South African Masters gegen Devon Petersen und seither hat man von Pietersen nichts mehr gehört.

2015 qualifizierte sich Nolan "The Nigel" Arendse - ebenfalls geboren in Kapstadt, allerdings bereits 1968, für die Weltmeisterschaft - er hatte den Qualifier gegen Devon Petersen gewonnen. Arendse hatte 1990 mit dem Dart spielen angefangen, aber nach einem Autounfall und einem Herzinfarkt pausieren müssen. Dass er sich für die Weltmeisterschaft qualifizieren konnte, war schon fast ein Wunder. Arendse konnte sein erstes Spiel gewinnen, verlor dann aber gegen Brendan Dolan. Arendse versuchte sich 2015, 2017 und 2018 erfolglos an der Q School, spielte 2017 auch ein paar Challenge Tour Events, scheint aber inzwischen nicht mehr aktiv Dart zu spielen.

2016 folgte Warrick Scheffer, der in Durban geboren wurde, aber in Kapstadt lebt. Scheffer verlor sein Vorrundenspiel gegen John Michael. Er nahm 2016, 2017 und 2018 an der Q School teil. 2017 verpasste er die Tour Card nur knapp. Scheffer spielte auf der Challenge Tour und konnte ein Event gewinnen. Er nahm als Nachrücker auch an ein paar Pro Tour Events teil und konnte sich 2017 sogar für ein European Tour Event qualifizieren. Danach hörte man nicht mehr allzu viel von ihm, er spielt aber hin und wieder WDF Turniere (2025 Korea Open und World Masters) und wird im WDF Ranking momentan auf Platz 434 geführt.

2020 wurde - auch wenn ja ein Südafrikaner bereits auf der Tour spielte - der "Last Man Standing" Qualifier eingeführt, über den sich Cameron Carolissen für die PDC Weltmeisterschaft qualizierte, so dass es 2021 zum ersten und bisher auch einzigen Mal zwei Spieler aus Südafrika im Teilnehmerfeld gab. Carolissen hatte sich im Finale des Last Man Standing gegen Charles Losper durchgesetzt. "The Javelin" wurde 1996 in Kapstadt geboren und ist eine der Nachwuchshoffnungen des afrikanischen Dartsports. In der ersten Runde hatte er ein Freilos - sein Gegner war an Corona erkrankt. In Runde zwei verlor er gegen Danny Noppert. 2023 und 2024 spielte Carolissen auf der African Continental Tour und konnte sich dort ein paar Siege holen. 2024 nahm er wieder am Last Man Standing teil und gewann wieder, dieses Mal gegen den Kenianer Peter Wachiuri. Außerdem nahm er zusammen mit Johan Gedlenhuys am PDC World Cup teil. Bei der Weltmeisterschaft 2025 verlor er zwar in seinem ersten Spiel gegen Wessel Nijman, hatte aber mit 96 den bisher höchsten Durchschnitt eines afrikanischen Qualifikanten bei der PDC Weltmeisterschaft. Auch am World Cup nimmt er wieder teil, 2025 zusammen mit Devon Petersen und Team Südafrika spielte sich unter die Letzten 16, wo es gegen Nordirland verlor. Auch 2025 war Carolissen wieder auf der African Continental Tour erfolgreich.

Zwischen den beiden Alexandra Palace Auftritten von Cameron Carolissen stand 2023 noch Grant Sampson auf der Bühne der PDC Weltmeisterschaft. Sampson, geboren 1982 in Kapstadt, begleitete schon als Kind seinen Vater und seinen Onkel bei Ligaspielen und spielte auch später immer wieder einmal Dart. Als die Corona Pandemie begann, trainierte er wieder richtig und nahm an Online Turnieren teil. Auch mit Charles Losper trainierte er regelmäßig. Sampson gewann bei der Weltmeisterschaft sein Erstrundenspiel gegen Keane Barry, verlor aber in Runde 2 gegen Kim Huybrechts. 2023 und 2024 nahm Sampson an der Qualifying School teil, konnte sich aber keine Tour Card sichern. Seither spielte er wieder zuhause Turniere, auch die African Continental Tour.

Ein Jahr später, 2024, war es Simon Adams, der sich für die PDC Weltmeisterschaft qualifizierte. Simon Adams, "The Saint", ist 1967 in East London geboren. Adams ist in Südafrika gut bekannt - nicht nur als Dartspieler, sondern vor allem auch als Dart Coach und Promoter des Sports. Zusammen mit Devon Petersen ist es ihm ein Anliegen, besonders die Kinder aus den Townships an den Schulen im Dartsport zu unterrichten. Damit will er den Kindern auch eine Perspektive bieten. Adams verlor im Alexandra Palace in der ersten Runde gegen Ricky Evans, betrachtete seinen Weltmeisterschafts-Auftritt aber dennoch als Erfolg, da er auch damit den Kindern aus den Townships zeigen konnte, welche Möglichkeiten sich ihnen durch den Sport eröffneten.

Und in diesem Jahr kam der afrikanische Teilnehmer zum allerersten Mal nicht aus Südafrika, sondern aus Kenia - David Munyua machte es besser als sein Landsmann Peter Wachiuri, der im Jahr zuvor im Qualifikationsturnier im Finale gegen Cameron Carolissen verloren hatte. Der 1990 geborene Munyua machte seinem Spitznamen "Why Not" in seinem Erstrundenspiel alle Ehre und schlug in der ersten Runde Mike de Decker überzeugend. Mit seinem Walk-On tanzte er sich er sich in die Herzen der Fans. Sein Zweitrunden Spiel gegen Kevin Doets verlor Munyua deutlich mit 3:0. Insgesamt dürfte er aber mit seinem Debüt bei der Weltmeisterschaft zufrieden gewesen sein.






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