England überrollt die Niederlande und sichert sich den World Cup 2026
Das englische Duo Luke Littler und Luke Humphries holte sich am Sonntag in Frankfurt den World Cup Titel mit 10:5 Sieg über die Niederlande und baute damit den Rekord für ihr Land auf sechs Titel aus.
Littler und Humphries setzten sich in der Eissporthalle gegen Wales, Schottland und die Niederlande durch und nahmen die Weltcup Trophy souverän mit nach Hause - der erste Titel für Littler und der zweite für Humphries, der 2024 zusammen mit Michael Smith schon einmal gewonnen hatte.
Das Finale zwischen England und den Niederlanden war das erste Aufeinandertreffen der beiden Topgesetzten beim Weltcup seit sechs Jahren und das niederländische Duo Michael van Gerwen und Gian van Veen ging mit 2:1 in Führung, nachdem van Gerwen einen 113er-Outshot erzielt hatte.
Littler und Humphries zeigten jedoch ab diesem Zeitpunkt eine unglaubliche Leistung und gewannen vier Legs in Folge mit einem Durchschnitt von 110 und führten 5:2. Das unerbittliche Scoring der Premier League Finalisten hielt das niederländische Duo auf Distanz, bis ein 12-Dart-Leg von Humphries den souveränen Sieg und den sechsten World Cup Titel für England besiegelte.

"Ich bin überglücklich", sagte Littler, der jetzt 2026 alle Premier Titel gewonnen hat.
"Das war unser bestes Spiel im gesamten Turnier und so mussten wir auch spielen. Wir hatten in den letzten zwei Tagen mit starken Gegner zu tun und das war unsere beste Leistung.
Ich habe ja dieses Jahr alle großen Titel gewonnen, aber ohne Luke hätte ich das nicht geschafft. Er war brillant. Luke und ich wissen, dass wir gewinnen können. Es ist nicht immer einfach, aber wir haben dieses Gespür für den Sieg und können nächstes Jahr wiederkommen und versuchen es wieder zu tun.
Englands gemeinsamer Durchschnitt von 104,77 war der höchste, der jemals in einem World Cup of Darts Finale erzielt wurde. Sowohl Littler als auch Humphries erreichten Durchschnitte von 123.
"Ich bin stolz auf uns, weil wir hart gearbeitet und gemeinsam gewonnen haben", gab Humphries zu.
"Dieser Sieg ist wirklich etwas Besonderes, weil der Druck auf uns enorm war. Diese Erwartungshaltung ist riesig und das spüren wir.
Hoffentlich habe ich das Glück, noch viele Jahre mit ihm zusammenzuspielen, und wir werden versuchen, genauso viele Titel zu gewinnen wie Adrian Lewis und Phil Taylor!
Wir sind hier, um als Team zu gewinnen, wir haben als Team gewonnen, und ich bin wirklich sehr stolz darauf!"
Die Nummer 1 und 2 der Welt, die sich am Samstag in ihrem Auftaktspiel gegen Spanien durchgesetzt hatten, gewannen im Viertelfinale ein außergewöhnliches Spiel gegen Wales mit 8:7.
Obwohl Jonny Clayton und Nick Kenny zur 4:0 Führung gestürmt waren, vergab das walisische Duo drei Darts auf Doppel auf die 6:2 Führung und England kämpfte sich zurück und glich zum 5:5 aus.
Beim Stand von 6:6 gelang Littler ein brillantes 170 Finish und England fehlte nur noch ein Leg. Aber Wales erzwang das Entscheidungsleg. Es gelang dem Weltmeister mit einem 15-Darter England den Einzug ins Halbfinale zu sichern.
Dort traf die topgesetzte Nation auf den zweimaligen World Cup Sieger Schottland und überrannte ihn einer dominanten Leistung 8:3. Littler und Humphries spielten gegen Gary Anderson und Cameron Menzies ihren ersten Durchschnitt von über 100 Punkten als Team und gestanden den Schotten insgesamt nur vier Darts auf die Doppel zu.

Auch wenn sie im Finale ausschieden, erreichten die Niederlande am Sonntag mit zwei überzeugenden Leistungen ihr erstes Finale seit 2018.
Van Gerwen und Van Veen schlugen Gastgeber Deutschland mit einer überragenden Leistung mit 8:4 und hatten dabei mit 102,68 den zweithöchsten Durchschnitt der K.o.-Phase seit der Formatänderung des World Cups 2023. Die niederländische Dominanz setzte sich auch im Halbfinale fort, wo die Weltranglistendritten und -vierten den Titelverteidiger Nordirland mit 8:2 deklassierten. Van Gerwen und Van Veen zeigten eine souveräne Leistung und trafen 53 Prozent ihrer Doppelversuche, während Josh Rock und Daryl Gurney zusammen nur 18 Prozent erreichten. Damit spielten die Niederlanden zum zweiten Mal in Folge einen Durchschnitt von über 100 und zogen ins Finale ein.
"Ich habe mein Wochenende hier mit Michael sehr genossen, und hoffentlich folgen noch viele weitere", sagte Van Veen, der bei seiner zweiten Teilnahme sein erstes World Cup Finale erreichte.
"Sie haben heute Abend phänomenale Darts gespielt, besonders im Finale.
Wir haben ein paar Chancen verpasst, richtig ins Spiel zu finden. Ich bin wirklich stolz auf unsere Leistung am Wochenende, aber heute Abend sollte es einfach nicht sein."
Van Gerwen war nur ein Spiel von seinem vierten World Cup Titel entfernt, mit dem er den Rekord eingestellt hätte, scheiterte aber an einem scheinbar unaufhaltsamen England.
"Ich denke, Gian und ich haben uns ganz gut geschlagen, aber wir können es deutlich besser", resümierte der dreimalige Weltmeister.
"Wenn es zwei Spieler gibt, denen man kein Selbstvertrauen geben sollte, dann sind es diese beiden. Sie sind die Nummer eins und zwei der Welt, und es war eine harte Herausforderung, aber man muss an sich selbst glauben.
Ich gebe niemals auf. Wir haben immer 100 Prozent gegeben. So ist es nun mal. Man muss es akzeptieren und weitermachen."
Zuvor hatte Nordirland das Halbfinale erreicht, nachdem es Lettland in einem packenden Spiel bezwungen hatte, das durch einen magischen Moment von Rock entschieden wurde.
Nachdem Madars Razma und Valters Melderis überraschend mit 4:1 in Führung gegangen waren, holten die Vorjahressieger vier Legs in Folge, eines davon mit einem beeindruckendes 161er-Finish von Gurney, und gingen damit in Führung.
Dann wurden in zwei Legs jeweils zwei Matchdarts vergeben und Lettland zwang das Spiel bemerkenswerterweise in ein Entscheidungsleg. Obwohl Melderis seinem Partner nach einer wichtigen 140 24 Punkte Rest ließ, gelang Rock mit einem atemberaubendes 144 Finish der Sieg für Nordirland.
Im anderen Viertelfinale schaltete Schottland die Iren William O'Connor und Mickey Mansell mit 8:5 aus und erreichte damit zum dritten Mal in vier Jahren das Halbfinale. Anderson und WM-Debütant Menzies gingen problemlos 5:1 in Führung, wehrten dann die irische Aufholjagd ab und beendeten das Match mit einem Durchschnitt von knapp unter 100.
Statistik, Viertelfinale
| Ave | 180s | Doppel | Land | v | Land | Ave | 180s | Doppel |
| 99.64 | 4 | 8/16 | Schottland | 8:5 | Republik Irland | 96.39 | 6 | 5/24 |
| 96.50 | 4 | 8/21 | England | 8:7 | Wales | 93.58 | 5 | 7/23 |
| 96.00 | 2 | 8/15 | Nord Irland | 8:7 | Lettland | 92.78 | 0 | 7/9 |
| 102.68 | 4 | 8/20 | Niederlande | 8:4 | Deutschland | 96.58 | 4 | 4/13 |
Statistik, Halbfinale
| Ave | 180s | Doppel | Land | v | Land | Ave | 180s | Doppel |
| 101.56 | 6 | 8/19 | England | 8:3 | Schottland | 88.82 | 0 | 3/4 |
| 101.565 | 4 | 8/15 | Niederlande | 8:2 | Nord Irland | 97.19 | 5 | 2/11 |
Statistik, Finale
| Ave | 180s | Doppel | Land | v | Land | Ave | 180s | Doppel |
| 104.77 | 8 | 10/26 | England | 10:5 | Niederlande | 98.30 | 6 | 5/10 |