HEROISCHER HUMPHRIES GEWINNT FINALE DER BELGIAN DARTS OPEN GEGEN CLAYTON
Luke Humphries kehrte an diesem Wochenende in Belgien auf die Siegerstraße zurück - der Weltranglistenzweite lieferte eine brillante Leistung ab und sicherte sich den Titel. Im Finale der Belgian Darts Open am Sonntag bezwang er Jonny Clayton mit 8:6.

Angefeuert vom Publikum in der ausverkauften Oktoberhalle feierte Humphries seinen neunten Titel auf der European Tour mit einem beeindruckenden Sieg über die walisische Nummer eins.
Clayton konnte das erste Leg gewinnen und in Führung gehen, aber Humphries konnte die nächsten sechs Legs in Folge gewinnen und übernahm mit 6:1 die Führung. Im zweiten und siebten Leg machte er dabei 142 bzw. 130 Punkte aus.
Der in Llaneli geborene Waliser startete eine beeindruckende Aufholjagd und gewann vier der nächsten fünf Legs, warf dabei ein phänomenales 126 Finish nachdem Humphries das Bullseye für sein 132 Checkout verfehlt hatte mit dem er nur noch ein Leg vom Sieg entfernt gewesen wäre.
Aber Humphries gelang es das Entscheidungsleg zu verhindern und konterte Claytons späte Aufholjagd mit einem 13-Darterzum Sieg.
"Ich habe mich selbst unter Druck gesetzt, aber es ist wirklich schön, dieses Gefühl beim Sieg wieder zu erleben", erklärte Humphries nach seinem ersten Titelgewinn auf der European Tour seit September 2025.
"Normalerweise schließe ich Spiele in solchen Situationen wahrscheinlich viel besser ab, aber wenn man nicht so oft gewinnt, wird es schwieriger und man spürt die Nerven.
Jonny ist einer der am meisten unterschätzten Dartspieler der Welt. Man kann ihn nicht abschütteln, und großen Respekt an ihn für seine Aufholjagd. Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel."

Nach einem Durchschnitt von über 100 gegen Dirk van Duijvenbode am Samstag zeigte sich Humphries auch am Finaltag weiter in guter Form und startete mit einem 6:1-Erfolg und einem Durchschnitt von über 102 gegen Jermaine Wattimena in den Sonntag.
Anschließend überstand Humphries ein hart umkämpften Spiel gegen Chris Dobey - er bezwang "Hollywood" im Entscheidungsleg. Im Halbfinale deklassierte er Michael van Gerwen mit 7:2 und beendete damit dessen Hoffnungen auf einen weiteren Titel in Belgien.
Der 31-Jährige, der aktuell in der Premier League nur einen Punkt vor Van Gerwen auf einem Play-off-Platz liegt, bekräftigte seine Liebe für die European Tour, auf der er bereits viele Erfolge feiern konnte.
"Die European Tour hat mich zu dem Spieler gemacht, der ich heute bin. Ich habe hier mein Handwerk gelernt und ich werde mich weiter vorantreiben", fuhr der Weltmeister von 2023/24 fort.
"Ich trainiere hart damit ich versuchen kann jeden Dartspieler herauszufordern und mein volles Potenzial auszuschöpfen.
Ich liebe diesen Sport, ich liebe es, ein Teil davon zu sein, und solche Trophäen zu gewinnen bedeutet mir unendlich viel."

Clayton besiegte in der ersten Runde der Belgian Darts Open Sebastian Bialecki und anschließend Ross Smith in einem brutalen Entscheidungsleg mit 6:5. Damit stoppte er Smiths Aufholjagd, der zwei Legs in Folge gewonnen und damit das Entscheidungsleg erzwungen hatte.
Danach beendete der 51-Jährige die Hoffnungen des Lokalmatadors Andy Baetens, der Siege gegen Joe Cullen, Stephen Bunting und Martin Schindler gefeiert hatte, bevor er sich Clayton geschlagen geben musste. Clayton spielte einen Durchschnitt von knapp unter 100 und deklassierte Baetens mit 6:1.
Im Halbfinale überstand Clayton gegen Niels Zonneveld vier Matchdarts und sicherte sich einen knappen 7:6 Sieg. Das Finale der Belgian Darts Open war dann eine Wiederholung des Finales vom sechsten Spieltag der Premier League.
"Ich dachte schon, ich würde früh nach Hause kommen, als ich 1:6 hinten lag", scherzte Clayton.
"Luke hat mir ein paar Chancen gegeben. Ich habe mich zurückgekämpft, aber fairerweise muss man sagen, dass er viele Doppel verfehlt hat.
Luke ist ein großartiger Dartspieler, eine Bereicherung für den Dartsport, und ich bin stolz darauf, Teil dieser Darts-Ära mit diesen fantastischen Fans zu sein.
Ich gebe mein Bestes. Wenn man Woche für Woche gegen solche Spieler wie Luke antreten muss, ist das schwierig, aber ich bin immer noch dabei und darauf bin ich stolz."
Zonneveld spielte bei seinem Run ins Halbfinale überragend, schlug Jani Haavisto und Mike De Decker, bevor er Weltmeister Luke Littler in einem packenden Entscheidungsleg bezwang.
Der Niederländer schlug anschließend seinen Landsmann Danny Noppert und sicherte sich so seinen Platz in den Halbfinalen.
Neben Zonneveld erreichte auch Van Gerwen das Halbfinale. Er hatte Mickey Mansell, Daryl Gurney und Ryan Joyce besiegt und stand damit erneut im Halbfinale der European Tour.
Noppert verpasste den Einzug ins Halbfinale durch seine Niederlage gegen Zonneveld. Der ehemalige UK-Open-Sieger stand ebenso in den Viertelfinalen wie das englische Duo Joyce und Dobey, die zusammen mit Baetens das Viertelfinale komplettierten.
Littlers Kampagne für einen Hattrick in Belgien, wurde bereits am Vormittag von Zonneveld gestoppt. Der Niederländer zeigte im entscheidenden Leg ein beeindruckendes 147 Checkout und verhinderte damit, dass sich die Nummer eins der Welt in Wieze den Titel holen konnte.
Nach einem spannenden Wochenende wird die European Tour 2026 vom 4. bis 6. April mit dem German Darts Grand Prix in München fortgesetzt.
Der dreimalige Weltmeister Van Gerwen peilt seinen zweiten Triumph in Folge im Zenith in München an, während Humphries auf einen zweiten European Tour Titel in Folge anstrebt.